Jubiläumsveranstaltung – 25 Jahre Netzwerk Begabungsförderung
Am Freitag, 29. August 2025, feierte das Netzwerk Begabungsförderung im Volkshaus Zürich sein 25-jähriges Bestehen. Rund 90 Fachpersonen aus Praxis, Forschung und Verwaltung nutzten den Anlass, um zentrale Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zu reflektieren und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.
Margrit Stamm (Prof. em. Erziehungswissenschaften) blickte in ihrem Referat auf die Entstehung der Begabungs- und Begabtenförderung in der Schweiz zurück. Sie zeigte prägende Meilensteine seit den 1990er-Jahren auf und betonte die Bedeutung eines positiven Blicks auf Kinder sowie die Notwendigkeit, unerkannte Potenziale, insbesondere bei begabten Minoritäten, stärker zu berücksichtigen. Anuschka Meier (Senior Lecturer, HfH) präsentierte aktuelle Ergebnisse zur Angebotslandschaft in der Begabungs- und Begabtenförderung in der Deutschschweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Die Erhebung zeigte eine grosse Vielfalt an Programmen, aber auch deutliche Lücken – etwa Schulen ohne spezifische Förderangebote oder ungenutzte Potenziale. Sie unterstrich den Handlungsbedarf in Ausbildung, Weiterbildung und in der schulischen Verankerung. Einen praxisnahen Einblick gewährten Noemi Rauser (Co-Schulleitung), Rebekka Hunzinger (Klassenlehrerin) und Katharina Bärtschi (Klassenlehrerin) von den Schulen Fraubrunnen (BE). Sie stellten ihr Konzept der „Beziehungsschule“ vor. Dieses setzt auf Stärkenorientierung und vertrauensvolle Beziehungen. Zudem zeigten sie, wie eine fördernde Haltung im Schulalltag konkret umgesetzt werden kann.
Ein Höhepunkt des Programms war das Podiumsgespräch mit den Referentinnen sowie Armin Hartmann (Vizepräsident EDK) und Nicole Vontobel (MAS IBBF Absolvierende). Gemeinsam mit dem Moderator Damian Haas diskutierten sie aktuelle bildungspolitische und schulische Herausforderungen sowie Perspektiven für die Weiterentwicklung der Begabungsförderung. Den Abschluss machte Regula Haag, Geschäftsleiterin der Stiftung für hochbegabte Kinder. In ihrem Ausblick stellte sie vier zukünftige Grundpfeiler der Begabungs- und Begabtenförderung aus Sicht der Stiftung vor und setzte damit einen klaren Impuls für die strategische Weiterentwicklung des Feldes. Souverän moderiert von Damian Haas und musikalisch begleitet von den Musikschulen Schwyz bot die Jubiläumsveranstaltung eine inspirierende Mischung aus Rückblick, wissenschaftlichen Erkenntnissen und praxisnahen Impulsen.
Für die Zukunft bleiben jedoch zentrale Herausforderungen bestehen: die Entwicklung geeigneter Identifikationskriterien, die Weiterbildung des Fachpersonals und die Etablierung einer konsequent stärkeorientierten Grundhaltung an Schulen. Ein herzliches Dankeschön an alle Referentinnen, Podiumsteilnehmende, Mitwirkende und Gäste – auf 25 Jahre gemeinsames Engagement und viele weitere Schritte in der Begabungsförderung!





Rahmenprogramm
Kaffee und Kuchen
Ramona Schnorf (Koordination Netzwerk Begabungsförderung) und Damian Haas (Moderation)
Im Mittelpunkt des Referats steht die Entwicklung der Begabungsförderung und -forschung in der Schweiz. Die Dissertation von Margrit Stamm (1992) markiert den Start dieser Bewegung. Doch lange galt die Schweiz als Entwicklungsland. Heute kann sie international mithalten. Gleichwohl gibt es zukünftige Herausforderungen. Erstens braucht es einen gezielteren Blick auf Haltungsänderungen. Wer in der Begabungs- und Begabtenförderung tätig ist, muss sich explizit vom caritativen Blick auf hochbegabte Kinder verabschieden. Zweitens sind unerkannte Potenziale, vor allem auch von benachteiligten Kindern, noch zu sehr ein Stiefkind der aktuellen Bemühungen. Hier besteht ein grosser Nachholbedarf.
Das Referat gibt einen Einblick in den aktuellen Stand der Begabungs- und Begabtenförderung in der Deutschschweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Eine neue Studie der HfH zeigt, welche Förderangebote heute an Schulen bestehen und wie Hochschulen – vor allem im Weiterbildungsbereich – zur Weiterentwicklung der Begabungsförderung beitragen können. Die Ergebnisse machen deutlich, dass insbesondere in der Identifikation und der gezielten Förderung von Begabungen noch Handlungsbedarf besteht.
Die Schule Fraubrunnen versteht sich als Beziehungsschule – bei uns steht Haltung vor Hierarchie. Unsere Schulentwicklung ist geprägt von Vertrauen, Partizipation und Raum für Individualität und wird bottom up vom gesamten Team mitgestaltet. Im Beitrag geben wir Einblick in unsere Angebote im Bereich der Begabungs- und Begabtenförderung (BBF) sowie in die „Forscherei“ – ein schulintern entwickeltes Format für Schülerinnen und Schüler, die nicht über die Erziehungsberatung zugewiesen werden, aber dennoch die Möglichkeit erhalten sollen, ihr Potenzial zu entfalten.
– Prof. Dr. Margrit Stamm, Prof. em.
– Dr. Anuschka Meier, Senior Lecturer HfH
– Dr. Armin Hartmann, Vizepräsident der EDK
– Nicole Vontobel, Schulgründerin & MAS IBBF Absolvierende
– Noemi Rauser, Co-Schulleitung Schule Fraubrunnen BE
Austausch und Vernetzung
























