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Abklärung

 

Das Entdecken von Begabungspotenzialen, Interessen und überdurchschnittlichen Fähigkeiten liegt im Rahmen ihres Bildungsauftrages im Aufgabenbereich jeder Lehrperson. In Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungsberechtigten und aufgrund der Beobachtung der Leistungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler lassen sich überdurchschnittliche Fähigkeiten und Begabungspotenziale oft erkennen.
Da die Forschung zeigt, dass Lehrpersonen → Begabungen oft nicht realisieren, verfügen zahlreiche Schulen über Lehrpersonen oder schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen, die in der pädagogischen Spezialfunktion zur → Identifikation von (Hoch-)Begabten zusätzlich ausgebildet sind (CAS, MAS Begabungs- förderung). Diese Fachpersonen unterstützen Lehrpersonen und Schulleitungen bei der Identifizierung von besonderen (auch verdeckten) Begabungen bei Schülerinnen und Schülern oder leiten – oft in Zusammenarbeit mit den Schulpsychologen – die Abklärungsprozesse.

In speziellen Fällen (bei Verdacht auf → Minderleistung oder beim Verdacht auf Fehlentwicklungen der Begabungsentfaltung) erfolgt die vertiefte Abklärung der psychologischen Hintergründe durch den Schulpsychologen.

Eine umfassende Begabungsabklärung achtet in jedem Fall darauf, dass nicht lediglich intellektuelle Fähigkeiten (IQ) erfasst werden, sondern → Potenziale und Leistungen in allen Begabungs- und Bildungsbereichen, aber auch die co-kognitiven Voraussetzungen sowie die Einstellungen und Haltungen zur Leistung bzw. Leistungsverweigerung der Schülerinnen oder Schüler und dahinterliegende Gründe (wie z.B. → schulischer Misfit) miteinbezogen werden.
In Kantonen, in denen durch die Gesetzgebung nach wie vor ein bestimmter IQ als Kriterium für den Zugang zu spezifischen Fördermassnahmen verlangt wird, liegt die Abklärung entweder beim Schulpsychologen oder bei den MAS IBB mit anerkannter Zusatzqualifikation zur Begabungsabklärung.


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