Aktuelles - aktuelle Tagung
Gemeinsame Tagung Netzwerk Begabungsförderung und LISSA-Preis

Überfachliche Kompetenzen als Herausforderung für die Begabungsförderung

Samstag, 31. Oktober 2015, 9.30 - 16.30 Uhr
Kantonsschule Olten
(→ Lageplan, PDF)


Gegenstand der gemeinsamen Tagung sind die überfachlichen Kompetenzen (personale, soziale und methodische Kompetenzen). Sie gewinnen sowohl im gesellschaftlichen wie im beruflichen Leben an Bedeutung und spielen entsprechend im Lehrplan 21 eine wichtige Rolle.

Als Referentin und Referenten, die aus verschiedenen Perspektiven ins Thema einführen konnten

Ateliers am Nachmittag dienen der vertieften Auseinandersetzung und dem Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden: Während in einigen Ateliers Projekte auf verschiedenen Schulstufen, die der Förderung überfachlicher Kompetenzen besonderes Augenmerk schenken, im Zentrum stehen, widmen sich andere Angebote der Verbindung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen im Unterricht mit spezieller Berücksichtigung der Begabungsförderung.

Tagungsflyer (PDF)
Anmeldeschluss 16. Oktober 2015

Programm

9.00 Uhr

Einschreibung, Empfangskaffee
9.30 Uhr 

Begrüssung, organisatorische Details

9.40 Uhr
Prof. Dr. Katharina Maag Merki → Referat 1
10.20 Uhr
Prof. Dr. Titus Guldimann → Referat 2
11.00 Uhr

Pause

11.20 Uhr Prof. Dr. Markus P. Neuenschwander → Referat 3
12.00 Uhr Fragen an die Referentin und die Referenten

12.30 Uhr

Mittagspause
14.00 Uhr Lernkompetenz vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe → Atelier 1
Förderung überfachlicher Kompetenzen an der Sekundarschule Speicher AR → Atelier 2
Überfachliche Kompetenzen als Schlüssel zur Potentialentwicklung in der Begabungs- und Begabtenförderung → Atelier 3
Nachhaltig selbstbestimmtes Lernen fördern → Atelier 4
«Mit Vielfalt auf Vielfalt reagieren» – Ein Weg vom gestaltenden Individuum zum theatralen Gemeinschaftswerk → Atelier 5
Förderung von überfachlichen Kompetenzen an der Sek I in Lernlandschaften → Atelier 6
Service-Learning – durch «Engagement-Projekte» zum curricularen Lernen → Atelier 7
Integrative Begabungsförderung in differenzierenden Lernarrangements → Atelier 8
15.30 Uhr Ausklang mit Apéro
16.30 Uhr
Ende der Tagung

 

Kosten der Tagung (inklusive Mittagessen):
Netzwerk-Mitglieder: CHF 100.–
Nichtmitglieder: CHF 120.–
Studierende (mit Legi-Kopie): CHF 50.–

 

Anmeldeschluss 16. Oktober 2015

 


A8 | Integrative Begabungsförderung in differenzierenden Lernarrangements

Präsentation: Prof. Victor Müller-Oppliger, Professur Selbstgesteuertes Lernen an der Pädagogischen Hochschule FHNW, und Urs Wilhelm, Departement Bildung, Kultur und Sport, Kanton Aargau

Die Professur für Selbstgesteuertes Lernen der PH FHNW realisierte mit der Primarschule Spreitenbach ein gemeinsames Projekt mit dem Ziel, neue integrative Formen begabungsfördernden Unterrichts zu entwickeln, zu erproben und zu reflektieren. Die Schülerinnen und Schüler sollten auf unterschiedlichen Lernniveaus gemeinsam lernen können und dabei je anknüpfend an ihre Lernvoraussetzungen und Lernpotentiale unterstützt werden. Gearbeitet wurde mit Videoanalysen des Unterrichts, mit fachlichen Inputs der PH und mit Reflexionsworkshops. Der so ausgelöste Transformationsprozess bewirkte Veränderung der Aufgabenorganisation, der Kooperation, der Lernbegleitung und des Verhältnisses zwischen Lehrpersonen, Aufgaben und Lernenden.


A7 | Service-Learning – durch «Engagement-Projekte» zum curricularen Lernen

Präsentation: Ursula Huber, Schweizer Zentrum Service-Learning

Viele Schulen engagieren sich mit Projekten für andere oder für eine gute Sache. Service-Learning ist eine Unterrichtsmethode, die Schulen bei der Realisation solcher Projekte unterstützt. Es verbindet ein gesellschaftliches Engagement (einen «Service») mit der Schulung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen (dem «Learning»). Service-Learning gibt den Schüler/innen die Gelegenheit, andere Fähigkeiten zu zeigen, neue Beziehungen zu gestalten und sich als selbstwirksam zu erfahren. Im Workshop lernen die Teilnehmenden praxisorientiert Arbeitsmethoden, Qualitätsansprüche und Projektbeispiele kennen.


A6 | Förderung von überfachlichen Kompetenzen an der Sek I in Lernlandschaften

Präsentation: Frido Koch, Schulleiter, MAS Bildungsmanagement, seit 13 Jahren Schulleiter an der Oberstufenschule Wädenswil (erster Schweizer Schulpreis 2013)

Unterrichtskonzepte in Lernlandschaften auf der Sek I bieten ausgezeichnete Möglichkeiten für die Förderung von überfachlichen Kompetenzen. Im Workshop werden Lernsettings und Möglichkeiten am Beispiel der personalisierten Lernkonzepte in Lernlandschaften der Oberstufenschule Wädenswil vorgestellt und mit konkreten Praxisbeispielen diskutiert.


A5 | «Mit Vielfalt auf Vielfalt reagieren» – Ein Weg vom gestaltenden Individuum zum theatralen Gemeinschaftswerk

Präsentation: Ursula Ulrich, Co-Leiterin Zentrum Theaterpädagogik PH Luzern, Theaterpädagogin, Dozentin, und Claudia Conte, Lehrperson Schule Maihof Luzern (beide Forschungsteam «Werkstatt-Trilogie»)

Mit kunstspartenübergreifenden Theaterprojekten gelingt es, die Ausdrucksvielfalt der Kinder heterogener Klassen mit einer Vielfalt von Methoden aufzugreifen. Dies ermöglicht Kindern, über die individuelle Arbeit am «Eigenen», am ästhetisch-künstlerischen Ausdruck, Teil eines gemeinsamen Ganzen zu werden. Gestützt auf Grundlagen des Forschungsprojektes «Werkstatt-Trilogie» werden im Atelier Einblicke ins Forschungsprojekt gewährt sowie Zusammenhänge zur Heterogenität und zur praktischen Umsetzung im Sinne gelebter Schul-Kultur erläutert. Die Teilnehmenden erleben persönlich praktische Erfahrungssettings und konkrete Bezüge zur ästhetischen Bildung, zur Anerkennungspädagogik und zur Spielentwicklung.


A4 | Nachhaltig selbstbestimmtes Lernen fördern

Präsentation: Karin Anderhalden und Victor Steiner, Schulleitung GrundacherSchule

Um nachhaltig Verantwortung für ihr Lernen übernehmen und Motivation entwickeln zu können, brauchen Kinder Autonomie, Erfolg und gute Beziehungen. Autonomie lässt zu, dass Stärken gestärkt und Schwächen geschwächt werden. Der Erfolg wird garantiert, wenn die Kinder individuell in ihrem Tempo und auch nach ihren Interessen arbeiten und tragende Beziehungen aufbauen können. So steigt die Motivation und die natürliche Lernfreude bleibt erhalten.

Wir zeigen auf, wie wir diese Herausforderung an der GrundacherSchule umsetzen. Mit im Gepäck haben wir einige konkrete Hilfsmittel um die Ressourcen der Kinder zu stärken, kompetenzorientiert zu arbeiten und Wissen auf vielfältige Weise zugänglich zu machen. In der Diskussion nehmen wir auch persönliche Fragen der Teilnehmenden auf.


A3 | Überfachliche Kompetenzen als Schlüssel zur Potentialentwicklung in der Begabungs- und Begabtenförderung

Präsentation: Monika Dudler, MAS IBBF Integrative Begabungs- und Begabtenförderung, MA SHP Schulische Heilpädagogik, Begabung-plus (Diagnostik, Beratung, Förderung)

Potential allein ist kein Prädiktor für Höchstleistung. Laut Renzulli gehören Engagement und Kreativität genauso dazu. Die gezielte Vermittlung überfachlicher Kompetenzen führt nebst der Förderung von Persönlichkeit zur positiven Entwicklung von Engagement und Kreativität und somit zur Potentialentfaltung. Im Atelier geht es um die Bedeutung und Wichtigkeit der Förderung überfachlicher Kompetenzen spezifisch bei begabten, hochbegabten Kindern. Dabei werden Beispiele aufgezeigt, Ideen ausprobiert und geeignete Materialien vorgestellt.


A2 | Förderung überfachlicher Kompetenzen an der Sekundarschule Speicher AR

Präsentation: David Kradolfer, Sekundarlehrperson phil. I, Mitglied QE Sekundarschule Speicher, Mitautor Lernbuch Speicher


Die Oberstufe Speicher AR fokussiert auf einen Aufbau der überfachlichen Kompetenzen über drei Oberstufenjahre. Im Atelier lernen die Teilnehmenden die Eckpfeiler des Kompetenzaufbaus kennen. Dabei erfahren sie handlungsorientiert, was es braucht, damit man als Lernende oder Lernender am Schluss der 3. Oberstufe ein eigenes Projekt von A bis Z erfolgreich planen, durchführen, präsentieren und auswerten kann. Neben den Elementen «Lernenlernen», «Projektunterricht» und «Lerncoaching» erhalten die Teilnehmenden Einblicke ins schulintern entwickelte «Lernbuch», welches den Kompetenzaufbau zusätzlich zielorientiert begleitet.


A 1 | Lernkompetenz vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe

Präsentation: Petra Mölk, Schulische Heilpädagogin, und Andreas Schneider, Schulleitung, Primarschule Uttwil

Die Lernkompetenz hat das Ziel: Je besser man sich selber kennt, wahrnimmt und sein eigenes Potential einsetzen kann, umso grösser ist der Erfolg. Je besser es einem selber geht, umso sozialer das Miteinander. Die Lernkompetenz verfolgt einen roten Faden vom Kindergarten bis zur Sekundarschule. Das heisst, die Lerninhalte der einzelnen Stufen sind aufeinander aufbauend und abgestimmt. Die besten Lerninhalte können nicht gespeichert werden, wenn das eigene Fundament ein «Leck» hat oder unstabil ist. Ein stabiles Fundament setzt sich aus Selbst-, Sozial- und Methoden-KOMPETENZEN zusammen, welches die drei Stützpfeiler der Lernkompetenz sind. Jeder hat sein persönliches Potential mit Fähigkeiten und Stärken, welches kreativ ausgedrückt werden soll. Dies ist für uns Begabungsförderung.


R3 | Herausforderungen bei der Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen?

Prof. Dr. Markus P. Neuenschwander, Leiter des Zentrums Lernen und Sozialisation und Professor für Pädagogische Psychologie der Pädagogischen Hochschule FHNW in Solothurn

Überfachliche Kompetenzen beeinflussen nicht nur fachspezifische Lernprozesse und schulische Bildungsverläufe. Sie spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Vergabe von Lehrstellen und beim Übergang von der Schule in den Beruf. Allerdings sind Grundlagen für die Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen wenig ausgearbeitet. Neue Ergebnisse aus dem Projekt «Beurteilung von überfachlichen Kompetenzen», das am Zentrum Lernen und Sozialisation der PH FHNW läuft, illustrieren, wie Lehrpersonen zu Urteilen über überfachlichen Kompetenzen gelangen. Es gibt einen Entwicklungsbedarf, wie überfachliche Kompetenzen in der Schule reliabel, valid und ökonomisch beurteilt werden.


R2 | Sind begabte Kinder und Jugendliche eigenständige Lernerinnen und Lerner?
Förderung überfachlicher Kompetenzen bei begabten Kindern und Jugendlichen

Prof. Dr. Titus Guldimann, Prorektor Forschung und Entwicklung, Pädagogischen Hochschule St. Gallen

Eine wichtige überfachliche Kompetenz ist das eigenständige Lernen. Viele begabte Kinder und Jugendliche zeichnen sich durch besondere Leistungen in einem bestimmten Gebiet aus. Doch sind begabte Kinder und Jugendliche auch eigenständige Lernerinnen und Lerner? Unterscheidet sich ihr Lernen von dem durchschnittlich Begabter? Wie lässt sich das eigenständige Lernen im Sinne der Metakognition fördern? Das Referat gibt einen Einblick in den Stand der Forschung und zieht Folgerungen für die Praxis.


R1 | Überfachliche Kompetenzen als Bildungsziele.
Konzeption und Diskussion der Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis

Prof. Dr. Katharina Maag Merki, Ordentliche Professorin für Pädagogik, Universität Zürich

Überfachliche Kompetenzen erhalten im Lehrplan 21 einen besonderen Status. Zum einen werden sie als eigenständige Bildungsziele formuliert, zum anderen systematisch mit den Fachbildungszielen verknüpft. Die Frage stellt sich nun, wie diese überfachlichen Kompetenzen in der Praxis gefördert werden können. In diesem Referat wird zunächst die Konzeption der überfachlichen Kompetenzen im Lehrplan 21 genauer erläutert. In der Folge werden Möglichkeiten der Förderung von überfachlichen Kompetenzen ausgelotet und unter Berücksichtigung von Chancen und Grenzen kritisch diskutiert.