Aktuelles - Newsletter Juni 2014

Informationen aus dem Netzwerk


Das Netzwerk Begabungsförderung führt 2014 keine eigene Tagung durch. Es empfiehlt den Besuch des internationalen Kongresses in Brugg.

Kongress Begabungs- und Begabtenförderung: Potentiale entdecken, fördern und realisieren, 4. – 6. September, Brugg-Windisch
Der Kongress bietet Lehr- und Fachpersonen, Forschenden, Bildungsverantwortlichen aller Schulstufen sowie Vertretungen aus Bildungsverwaltung und Politik ein Forum, sich über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse zu informieren und diese zu diskutieren. Auch für den Erfahrungsaustausch besteht genügend Raum und Anregung.
Mehr als fünfzig Workshops zur Begabungsförderung auf allen Schulstufen ermöglichen individuelle Vertiefung und den Praxistransfer. Der Kongress folgt vier Themenpfaden, die für Unterricht und Schulentwicklung von direkter Bedeutung sind:

Zwei zusätzliche Foren, eines für «Bildungsverantwortliche» (Begabungsförderung und Schul-entwicklung), das andere zur «Begabungsförderung an Hochschulen», runden das Programm ab.
Interessante Impulse verspricht der Reigen international bekannter Referentinnen und Referenten: Prof. Dr. Christian Fischer (Universität Münster), Dr. Letizia Gauck (Universität Basel), Dr. Dominik Gyseler (Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH Zürich), Prof. Victor Müller-Oppliger (PH FHNW), Prof. Dr. Sally Reis und Prof. Dr. Joseph S. Renzulli (University of Connecticut), Prof. Dr. Willi Stadelmann (ehem. PHZ), Prof. Dr. Margrit Stamm (Universität Freiburg), Prof. Dr. Heidrun Stöger (Universität Regensburg), Prof. Dr. Gabriele Weigand (PH Karlsruhe), Prof. Dr. Albert Ziegler (Universität Nürnberg).
Anmeldemöglichkeit und Informationen zum Programm finden sich auf der Homepage des Kongresses: → www.begabungsfoerderungkongress.ch/.
Der Kongressbesuch ist auch tageweise möglich. Für die Teilnahme ganzer Schulteams werden spezielle Rabatte gewährt und viele Kantone unterstützen die Teilnahme finanziell.

 


Von andern Organisationen


LISSA-Preisverleihung im Rahmen des Kongresses in Brugg-Windisch

Bereits zum 7. Mal wird der LISSA-Preis verliehen, jener Preis also, der Schulen für ihre hervorragende Begabungs- und Begabtenförderung auszeichnet. Die feierliche Übergabe erfolgt am Donnerstag,
4. September 2014, um 16.30 Uhr im Rahmen des Kongresses zur Begabungs- und Begabtenförderung an der Pädagogischen Hochschule der FHNW in Brugg-Windisch (siehe oben). Kulturell umrahmt wird die Veranstaltung von Simon Libsig (Slam-Poetry) und dem Jazzquartett der Kantonsschule Wettingen. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die Preisverleihung den Eröffnungsvortrag zum Kongress von Prof. Dr. Sally M. Reis und Prof. Dr. Joseph S. Renzulli zu hören.

LISSA-Preis entwickelt sich weiter

Neben der Ausschreibung und Vergabe des mittlerweile sehr bekannten Preises, denkt das LISSA-Team auch über die Weiterentwicklung nach. Eine externe Evaluation im Jahr 2012 hatte die nachhaltige Wirkung des Preises aufgezeigt und bildete die Basis für weiterführende strategische Überlegungen. So wird ein Netzwerk für LISSA-Preisträgerschulen aufgebaut, in dem die qualitative Weiterentwicklung des eigenen Projektes und der Austausch mit andern Schulen im Zentrum stehen sollen. Auch die erfolgreiche Medienreihe soll in geeigneter Form mit Fokus auf der Sekundarstufe I fortgesetzt werden. In diesem Sinne wird der LISSA-Preis weiterhin die Lernfreude in Schweizer Schulen anregen.

CAS/MAS Integrative Begabungs- und Begabtenförderung: jetzt anmelden!
Der Zertifikatslehrgang (CAS) und der EDK-anerkannte Weiterbildungsmaster (MAS) sind modular aufeinander aufgebaut und ermöglichen eine individuelle Profilbildung und Vertiefung. Der Zertifikatslehrgang befähigt Lehrpersonen zur spezifischen Förderung überdurchschnittlich begabter Kinder und Jugendlicher und für die Mitwirkung in Förderprogrammen ihrer Schule. Der Weiterbildungsmaster qualifiziert Lehrpersonen zu Fachexperten und Fachexpertinnen der Begabungs- und Begabtenförderung und bereitet sie vor auf die Entwicklung, Leitung und Evaluation von entsprechenden Schulprogrammen, zur pädagogischen Diagnostik sowie zur Beratung und Unterstützung von Lehrpersonen, Eltern, Schulleitungen und Behörden. Die Kombination von E-Learning-Modulen, Präsentveranstaltungen und vertiefenden Lerngruppen ermöglicht eine flexible Gestaltung der berufsbegleitenden Weiterbildung. Die Anmeldefrist läuft bis zum 16. August 2014.
Weitere Informationen unter: → www.fhnw.ch

Tagung RAUM DARSTELLEN KÖNNEN – Förderung räumlich-visueller Kompetenz
Am 8. November 2014 führt die Pädagogische Hochschule Bern in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kunst & Bild der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung SGL eine Tagung durch. Sie richtet sich an Dozierende für Bildnerisches Gestalten und Kunst, an Lehrpersonen aller Stufen und an Studierende. In drei Hauptreferaten und mehreren Workshops wird gezeigt, wie Schülerinnen und Schüler durch gezielte Wahrnehmungsübungen und geeignete Sehhilfen ihren bildnerisch darstellenden Handlungsspielraum vergrössern können.
Details und Anmeldung: → www.phbern.ch


 

International


ECHA-Conference 2014 in Ljubljana: Re-thinking giftedness
Der Herbst gehört dem Thema Begabungs- und Begabtenförderung, denn kurz nach dem Kongress in der Schweiz findet die 14. Konferenz des European Council für High Ability ECHA statt. Sie wird unter dem Motto «Re-thinking giftedness: giftedness in the digital age» vom 17. – 20. September in Ljubljana (Slowenien) über die Bühne gehen. Unter den Keynote Speakers finden sich bekannte Namen wie Mihaly Csikszentmihalyi, Joan Freeman und Albert Ziegler.
Mehr Informationen zur Konferenz: → www.echa.info/

 

Publikationshinweis


Kognitiv-motivationale Einstellungen von Kindern mit Hochbegabungslabel
Gemäss der 2013 von Sabine Tanner publizierten Dissertation, in deren Zentrum eine sorgfältig durchgeführte Untersuchung mit 232 als hochbegabt diagnostizierten Schulkindern aus 3. bis 6. Primarklassen, 95 «klassenbesten» Vergleichskindern aus Regelklassen und 55 Kindern aus Spezialschulen für Hochbegabte stand, erwiesen sich nicht-minderleistende Hochbegabte als mit sehr vorteilhaften lern- und leistungsbezogenen Einstellungen ausgerüstet. Sie unterschieden sich darin nur wenig von den klassenbesten Schulkindern. Minderleistende hingegen wiesen sowohl ein tieferes Fähigkeitsselbstkonzept wie auch ungünstigere Attributionen und eine tiefere Aufgabenorientierung auf. Teilnehmende an Pull-out Programmen unterschieden sich von Nicht-Teilnehmenden nur durch eine tendenziell tiefere Schulzufriedenheit und ein weniger ausgeprägtes Gefühl der sozialen Integration in den Klassenverband. Letzteres trifft auch auf Kinder zu, die Klassen übersprungen hatten. Diese äusserten jedoch eine höhere Schulzufriedenheit. Letzteres gilt wiederum auch für Schülerinnen und Schüler aus Spezialklassen für Hochbegabte, die ansonsten ein weniger ausgeprägtes Fähigkeitsselbstkonzept, tiefere Erfolgserwartungen und mehr Angst vor Misserfolg aufwiesen als Kinder aus Regelklassen. Als Fazit hält die Autorin fest, dass das grösste Potential zur Verbesserung der Schulsituation von etikettiert hochbegabten Regelklassenkindern in der adaptiven Gestaltung des alltäglichen Unterrichts liege und damit der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen zentrale Bedeutung zukomme.
Tanner, Sabine (2013). Schulkinder mit Hochbegabungslabel. Eine empirische Untersuchung ihrer kognitiv-motivationalen Einstellungen. Waxmann (ISBN 978-3-8309-2934-5).
Ausführlichere Rezension: Fundus > Literatur.

Journal für Begabtenförderung 1|2014: Neurowissenschaften
Die Neurowissenschaften und davon ausgehende Impulse für die Diskussion von Begabung und Kreativität wie auch für die Lehr- und Lernforschung beschäftigen die Autorinnen und Autoren dieses Hefts. Aljoscha C. Neubauer und Sylvia Opriessnig stellen den Talente Check vor, der in Niederösterreich breit in der Berufswahlvorbereitung eingesetzt wird und neben Intelligenz (verbal, numerisch, räumlich) auch Einfallsreichtum, sozial-emotionale Kompetenz und praktische Alltagsintelligenz erfasst. Der Check zielt darauf ab, Begabungen zu erfassen, da diese für Berufserfolg und -zufriedenheit wichtiger sind als Interessen und mit diesen nicht zwingend übereinstimmen. Andreas Fink und Mathias Benedek entführen die Leserschaft auf einen Streifzug durch die psychologische und neurowissenschaftliche Kreativitätsforschung, der erste Autor erläutert in einem weiteren Beitrag auch Schlüsselbegriffe der neurowissenschaftlichen Kreativitätsforschung. Karl Klement plädiert (einem dynamischen Begabungsbegriff folgend) für die Entwicklung von Aneignungskompetenz und damit für reflexive Unterrichts- und selbstgesteuerte sowie handlungsorientierte Lernprozesse. Ebenfalls in der Rubrik «für die Praxis» geht Helga Pfeiffer der Frage nach, weshalb Kreativität so wichtig ist und gibt Tipps zu deren Förderung. Alina Schwarz, Studentin der Neurowissenschaften, beschreibt ihre Sudienmotivation unter dem Titel «Faszination Gehirn». Rezensionen runden das Heft ab.

 


Redaktionsschluss für den nächsten Newsletter ist am 12. September 2014.
Beiträge bitte bis zu diesem Datum an die unten stehenden Adressen senden. Danke!



Wir wünschen allen Netzwerk-Mitgliedern einen strahlenden Sommer
und eine erholsame Sommerpause!

*************************************************************************
Andrea Jossen und Silvia Grossenbacher


Lassen Sie uns Informationen für die Web-Site zukommen:
Veranstaltungshinweise, Literaturtipps, Konzepte von Projekten, Unterrichtseinheiten, Tipps zu geeigneten Lehrmitteln etc. Schicken Sie uns papierene Vorlagen, Mails oder einen Fax (062 835 23 99) oder rufen Sie uns einfach an.
Kontaktpersonen: Andrea Jossen (062 835 23 90) und Silvia Grossenbacher (062 835 23 92).
begabungsfoerderung[at]swissonline.ch oder info[at]begabungsfoerderung.ch